Wie sind die denn gefahren um so einen Verbrauch zu bekommen??
Eingentlich ist das derselbe Wert, welcher Alexander Bloch bei seinem "Autobahntest" genannt hat: 15,8 kWh/100 km, wobei der ADAC noch 12,5% Ladeverluste beim AC-Laden hinzurechnet.
Freilich ist der AC-Ladeverlust (überwiegend durch das Ladegerät im Auto) beim Autobahnverbrauch eher zweitrangig, da gerade hier am Schnelllader geladen wird, bei dem nunmal der Netto-Verbrauch angezeigt und bezahlt wird, also kein Ladeverlust hinzukommt. Und dann könnte man fragen, warum der ADAC nur den Autobahntestverbrauch heranzieht, und nicht wie bei Blochs "Supertest", den Mix aus Eco-, Autobahn- und Konstant-130 km/h-Verbrauch (13,9 kWh/100 km). Hier bleibt zu hoffen, dass bei den Mitbewerber-Autos (außer VW, klar...) ähnlich strenge Maße angelegt werden.
Zwei Dinge sind mir noch aufgefallen. Herr Bloch hatte einen Twingo mit Kennzeichen K-PR 238E zur Verfügung, der ADAC den Pressewagen K-PR 240E. Entweder wurde die von beiden Testern als "wacklig" monierte Mittelarmlehne vom selben Renault-Werkstatt-Praktikanten schlecht montiert (dann hat Renault Deutschland geschlafen), oder die Mittelarmlehne wackelt doch immer. Hier im Forum gab es dazu ja mal eine Gegenstimme, aber die gab es hinsichtlich der Rückfahrkameraqualität auch.
Dann die Sache mit dem von bekannten Youtuber "TB" geprägten Unterhaltunsbegriff "Rapidgate" (Björn hat sein erstes E-Auto übrigens 22 Jahre nach meinem ersten bekommen, meine E-Automodelle hat er nie "getestet", obwohl diese bei manchem seiner Videos im Hintergrund zu sehen waren; nichtsdestotz waren seine Videos früher unterhaltsam, auch wenn man bei technischen Erläuterungen die Hände über dem Kopf zusammenschlägt).
Der vom ADAC erwähnte alte Nissan LEAF hatte NMC-Akkuzellen und nur Luftkühlung. Diese Zellen mochten keine Temperaturen über 40°C. Da die moderernen LFP-Zellen bis über 55°C mitspielen, ist die Luftkühlung des Twingo trotzdem effektiver als früher beim LEAF, auch wenn das Weglassen einer aktivem Külhung freilich eine Kosteneinsparmaßnahme ist, unter der Annahme, dass man selten über 400 km weit am Stück fährt bzw. Probleme im Hochsommer dann in Kauf nehmen muss.
Trotzdem hätte der ADAC erwähnen müssen, dass mit maximal 110 km/h auf längeren Strecken statt der im Hochsommer bekanntermaßen problematischen 130 km/h bei mehreren Ladevorgängen die Gesamtreisezeit aus doppeltem Grund niedriger ist:
- der niedrigere Verbrauch (z.B. 13 statt 16 kWh/100 km) erfordert Schnellladevorgänge erst nach einer längeren Strecke (z.B. die erste erst nach 190 km statt nach 140 km), insgesamt sind damit weniger zeitraubende Schnellladevorgänge nötig
- die Überhitzung des Akkus ist auch im Hochsommer ist wegen der niedrigeren Verlustleistung beim Fahren und wegen der längern Zeit zwischen den Ladevorgängen, wo die Luftkühlung auf den Akku einwirken kann, deutlich unwahrscheinlicher, so dass die Fahrzeig im Rahmen bleibt.
Der Sweet Spot der Langreise-Geschwindigkeit ist beim kompakten Twingo-Akku eben nicht mit denen den Standard-E-Autoboliden gleichzusetzen, hier müsste man einfach mal richtig rechner bevor man einen Artikel schreibt.
Ein Lob aber noch an den ADAC: bei der 10-Minuten-DC-Anfangsladeleistung werden 54 km korrekt angegeben (mit dem 17,8 kWh/100 km Verbrauch "inkl. AC-Ladeverlust"), während Herr Bloch dort mit 45 km einen Zahlendreher hatte.