Ich denke, die Kernbotschaft muss sein: der Twingo hat, wenn er voll geladen ist, den Energiegehalt von 2,5 Litern Benzin im Akku.
Damit kommt er im Sommer beispielsweise 220 Kilometer weit, im Winter vielleicht auch mal nur 150.
Für 150 Kilometer gönnt sich ein Benziner-Golf 8 Liter Benzin, für 220 Kilometer 12 Liter…
Das ist also selbst unter ungünstigen Bedingungen noch deutlich weniger Energieverbrauch.
E-Autos arbeiten im Vergleich zu Verbrennern sehr effizient. Das hat jedoch einen Nachteil: man merkt sofort am Verbrauch, wenn man mehr Leistung abruft (zum Beispiel, in dem man die Heizung einschaltet). Das mag einem viel vorkommen, das täuscht aber, weil zum Beispiel die Heizung im Vergleich zur Antriebsenergie relativ viel Leistung zieht.
Dennoch ist der Verbrauch im Vergleich zum Verbrenner noch immer deutlich niedriger.
Natürlich ist das Gefühl nicht gut, wenn man plötzlich nur noch 150 statt 220 Kilometer weit kommt. Voll verständlich.
Dass man noch immer deutlich unter Verbrenner-Verbrauch liegt, ist zwar klargeworden, dennoch bleibt da eine psychologische Komponente, die einen „doof“ denken lässt, bis man sich dran gewöhnt hat.
Vielleicht hilft es ein wenig, sich bei jedem 100% Laden einmal klarzumachen, dass der Golf mit der gleichen Energie in Form von Benzin schon nach 47 Kilometern wieder an die Tankstelle müsste. Alles, was der Twingo mehr schafft, ist also im Plus.
Ein Hinweis noch:
Ob ein Verbrauch nach E-Auto-Maßstäben eher gut oder schlecht ist, hängt immer stark von den Begleitumständen ab.
Die Heizung verbraucht am meisten, wenn sie auf die gewünschte Temperatur hochheizt. Danach wird nur noch gehalten, was weniger Energie benötigt.
Der Akku kann im kalten Zustand Energie aus Rekuperation schlechter speichern.
Fährt man täglich immer nur 5 Kilometer am Stück, schlägt dieser erhöhte Energieverbrauch natürlich immer voll ein - entsprechend hoch ist der Durchschnittsverbrauch.
Fährt man aber 30 Kilometer am Stück, so fährt man nach 5 Kilometern schon wieder deutlich verbrauchsärmer, weil ab dann die Heizung nur noch Temperatur hält und der Akku zurückgegebene Energie wieder besser aufnimmt (vielleicht auch nach 3 oder 8 oder 12 Kilometern, nagelt mich nicht drauf fest).
Der Durchschnittsverbrauch sinkt, weil sich die kurze Belastungsspitze durch viele Kilometer mit Normalbelastung besser ausgleicht.